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Die Stimmung des Kriegers

Was den Krieger (Praktizierenden von Selbsterkenntnis) vom Alltagsmenschen unterscheidet

Abschied von der Konvention der "Normalität"

Der Krieger (bzw. der Praktizierende von Selbsterkenntnis) lebt und handelt in dem Wissen, daß das Leben kein bloßes, sinn- und zweckloses Dahindriften ist, so wie es die ihn umgehenden Alltagsmenschen erfahren. Jegliche Erfahrung, die er durch Wahrheitssuche macht, beweist ihm, daß es etwas gibt, das mehr wert ist als alle äußerliche Ablenkung, Unterhaltung oder Suche nach Erfüllung und Befriedigung. Je mehr er sich selbst auf die Spur gelangt, desto mehr gelangt er auf die Fährte des Sinns seiner Existenz.

Das Herausfallen aus dem Kontext der Oberflächlichkeit, in dem die Massenmenschen gefangen sind, bedeutet eine grundlegende Verabschiedung. Wer diese Verabschiedung aber meidet, wird entweder zwischen den Stühlen sitzen bleiben und dort nur wertvolle Lebenszeit verlieren, oder er wird sich wieder in den Schlaf der Massen zurückflüchten und versuchen, die Einblicke, die ihm zuteil geworden sind, aus seiner Erinnerung möglichst komplett zu tilgen.

Sich mit den Ansichten anderer zu befassen und sich um das Denken der übrigen Menschen zu bekümmern, ist die Wurzel der Verhaftung an das Ich. Befaßt euch nur mit dem Buddha-Dharma und folgt nicht dem Denken der Welt. Eihei Dogen

Die Stimmung des Kriegers (Selbstverantwortung)

Der Krieger macht nicht andere dafür verantwortlich, wie es ihm geht und was mit ihm passiert, sondern er übernimmt dafür die Eigenverantwortung. Das bedeutet z.B.: daß er sich nicht beschwert und beklagt, daß er nicht jammert und nörgelt, daß er sich nicht als Opfer darstellt.

Mit selbst aufgezwungener Disziplin hat das aber nichts zu tun. Eher ist es eine ganz einfache, aber grundlegende Erkenntnis des wahren Sachverhalts. Nämlich daß die Dinge sind, wie sie sind, und nicht, wie sie sein „sollten“. Und daß es keinen Zweck hat, Erwartungen zu hegen, wenn man selbst nicht tut, was man tun kann. Der Krieger nimmt also auch hin, was er nicht ändern kann. Er fokussiert sich einfach auf das, was in seinem eigenen Bereich ist, und sorgt dort für die größtmögliche Klarheit.

Diese Art Disziplin entsteht nach und nach von selbst, wenn man Verständnis und Praxis miteinander in Beziehung setzt und jegliche Art von Illusionen verabschiedet.

Man kann diese Stimmung vergleichen mit einem Balanceakt: Das Gleichgewicht findet und behält man, wenn man sich mit der faktischen Situation in Übereinstimmung bringt. Eine davon abweichende, nur vorgestellte oder erwünschte Situation hingegen wäre nichts als eine störende Verstandeskonstruktion, die nicht zur Aufrechterhaltung der Balance führen, sondern diese vielmehr unmittelbar sabotieren würde. Verliert man die Balance (was immer wieder vorkommen kann und wird), so begibt man sich einfach innerlich wieder an den Punkt von neutraler Distanziertheit (Abwesenheit von Negativ-Bewertung und Kritik) und stimmt sich von neuem auf die faktische Gegebenheit ein. Falls nötig und erforderlich, wiederholt man diesen Ablauf. Wichtig ist hierbei, daß man sich nicht entmutigen und beirren läßt. Man wird nicht hadern und sich ärgern. Man wird sich auch nicht von Unwesentlichem ablenken lassen. Man tut einfach das für die Situation Bestmögliche. Das Beispiel zeigt auch, um in der Analogie zu bleiben, den Unterschied zu rein passivem Beobachten (wie es in etlichen Esoteriklehren propagiert wird, in der Art von „Alles ist Schicksal“ und „Alles geschieht ohnehin von selbst; man kann die Dinge nicht ändern“). Vielmehr handelt es sich um ein elastisches Eingehen ohne Kampf und Krampf, aber mit vollem Eigenengagement. Dieses Eigenengagement ist entspannt, gelöst und doch mit vollster Aufmerksamkeit begangen. Man kann es auch als natürlich-spontane Mitte zwischen Tun und Nicht-Tun, Handeln und Loslassen bezeichnen.

Frei von Handel und Manipulation

Weil der Krieger selbstverantwortlich lebt und handelt, ist er auch nicht durch Versprechungen und Köder zu manipulieren, so wie es praktisch jeder Alltagsmensch ist. Deshalb ist er auch mit sich selbst im Einklang, statt innerlich zerrissen und von Reue und Zweifeln geplagt wie der Massencharakter.

Er bettelt nicht und kriecht vor niemandem. Er kann allein sein und fühlt sich nicht verloren oder ausgestoßen. Er braucht sich nicht mit Sucht und Ablenkungen zu betäuben, um dem Gewahrwerden seiner existentiellen Situation zu entfliehen.

Er schätzt die Einfachkeit und Klarheit seiner Lebensweise höher als Reichtum, Berühmtheit, Macht oder Geltung.

Der eigene Standard

Wichtig ist für den Krieger, daß er seinem eigenen Standard gerecht wird, nicht irgendwelchen von außen kommenden Bewertungen, wie etwa gesellschaftlichen Normen und Erwartungen. Dieser Standard bedeutet, mit sich selbst im reinen zu sein, was wiederum bedeutet, in der eigenen Lebenssituation angekommen zu sein und diese voll verantwortlich anzunehmen.

Gerd-Lothar Reschke 08.04.2019 22:03 (aus int. DOJO-Seiten)

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stimmung_des_kriegers.txt · Zuletzt geändert: 08.04.2019 22:05 von gerdlothar

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