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Treue

Der Besitzanspruch

Unter dem ansonsten schön und wertig klingenden Begriff Treue wird in der sexuell blockierten „modernen“ Gesellschaft nichts anderes als ein Besitzanspruch am Partner verstanden. Dieser Besitzanspruch beinhaltet nicht nur das Anrecht auf alleinigen Gebrauch der Sexualorgane des Partners, sondern sogar auf dessen Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht. Verpönt ist das Flirten, Schöne-Augen-Machen, manchmal sogar bereits ein freundliches Gespräch. Die Doppelmoral unserer Gesellschaftsmitglieder würde das alles aber nicht einmal in Ansätzen zugeben, sondern prahlt im Gegenteil sogar damit, offener, toleranter und freizügiger zu sein als alle früheren Epochen. Im Kern haben wir es jedoch mit einer Prüderie und sexuellen Unterdrückung zu tun, die der in viktorianischen Zeiten (19. Jhdt.) nicht nur in nichts nachsteht, sondern diese sogar noch übertrifft.

Antiquierte Moral, auf modern getrimmt

Modern gibt sich diese Gesellschaft, weil die Ehe an Bedeutung verloren hat. Unverheiratet in Lebensgemeinschaft Befindliche verhalten sich aber praktisch identisch – sie leben im Zustand der Ehe ohne Trauschein. Woher kommt das? Die vorherrschenden Moralregeln und Verhaltensnormen werden heute größtenteils durch die Unterhaltungsmedien geprägt. Der Einfluß von Hollywood sollte nicht unterschätzt werden. Amerikanische Moralvorstellungen, die stark von Prüderie und altchristlichen Wertvorstellungen bestimmt sind, werden speziell in Deutschland eins zu eins kopiert, während sich z.B. osteuropäische Bürger bereits anders verhalten.

Echte Treue

Selbstverständlich hätte echte Treue die Bedeutung, sich selbst treu zu sein, und das wiederum hieße: Durch und durch ehrlich, wahrhaftig und unverfälscht zu leben und seinen jeweiligen spontanen Neigungen, Empfindungen und Gefühlen den Freiraum zu geben, der ihnen bei reifen, innerlich unabhängigen und selbständigen Menschen auch gebührt. Wer das kann, ist auch zu echter Freundschaft fähig. Und diese gibt den Partner innerlich frei und bestärkt ihn darin, so zu leben, wie es zu seiner Entfaltung beiträgt, und wie es ihn so auch erst glücklich machen kann. Eine solche Partnerschaft ist sich bewußt, ein Geschenk des Augenblicks zu sein. Und sie engt nicht ein, sondern gibt dem Gegenüber auch die Möglichkeit, andere und neue Kontakte zu knüpfen. Sie hält ihn nicht in einem unsichtbaren geistigen Gefängnis.

Eifersucht ist nicht Liebe

Dergleichen würde aber einige Anforderungen stellen, die der heutige Massenmensch nicht mehr bewältigen kann. So müßte er auf das Besitzdenken verzichten und seinen Mitmenschen, auch dem Partner, das Recht einräumen, frei zu entscheiden. Stattdessen wird aber jegliche etwa aufkommende Eifersucht als Kennzeichen von Liebe interpretiert – während sie in Wahrheit das genaue Gegenteil, nämlich Selbstsucht, ist.

Ein freies Miteinander-Umgehen setzt innere Reife und Stärke voraus. Der haltlose moderne Mensch, der sich zum Vehikel von Massenwahn und zum kraftlosen Objekt politischer Willkür macht, weist leider ein starkes Defizit solcher Qualitäten auf.

Die Sprache der Heuchelmoral

„Betrügen“ bzw. „Fremdgehen“: eigenständigen Gebrauch der eigenen Sexualorgane zu machen wird als kriminelles Delikt abgestempelt. („Er betrog sie mit ihrer besten Freundin“ – ein Fall von besonders verachtenswertem Verhalten → man muß sich scheiden lassen, sich trennen etc. → „Und was wird jetzt aus den Kindern?“)

„Untreue“: dto.

„Schamloses Verhalten:„ Man habe seine sexuellen Empfindungen gefälligst unter Kontrolle zu halten. (→ Bibel-Gebot: „Begehre nicht das Weib deines Nächsten….“)

„Schuld auf sich laden“: Von der herrschenden Moral abweichendes Verhalten führt zur Forderung nach Reue, Buße, Wiedergutmachung, auf daß am Ende Versöhnung und Verzeihung möglich werde.

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treue.txt · Zuletzt geändert: 31.10.2017 15:16 von gerdlothar

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