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Wille

Wille (GLR-Wörterbuch)

Falsche Auffassungen, was Wille sei

Der Alltagsmensch hält Wille für eine individuelle Leistung; hierdurch verlagert er seinen inneren Schwerpunkt in den Kopf: Wille soll durch Verstandesaktivitäten (Vorsätze, Planungen, Selbstzwang sowie Wünschen und Hoffen) mobilisiert werden. Damit entwickelt er sich nicht in die Richtung des Findens von Wille, sondern des Verlustes von Wille.

Es ist wichtig, zu verstehen, daß Wille unpersönlich ist. Der unpersönliche Wille kann nicht durch den Verstand (Denken, Intellekt, Theorien und Konzepte) erfaßt oder erklärt werden, sondern geht weit darüber hinaus. Wenn er zu sich selbst findet — nämlich zu seinem spontanen und ungehinderten Ausdruck —, wird ein enormes Kraft-Potential freigesetzt.

Östlich beeinflußte Lehren leugnen sehr oft die Bedeutung des Willens und ersetzen ihn durch ein abstraktes Konzept von Schicksal und Bestimmung. Zugrunde liegt hier ein dualistisches Denken, das die Kräfte, die Lebensvorgänge lenken und beeinflussen, als im Außen befindlich ansieht. Nichtdualistisch betrachtet gibt es keine derartige Trennung und keinen Widerspruch zwischen einem Individual- und einem Gesamtwillen. Die falschen Kategorien von Schicksal und Bestimmung führen automatisch zur Schwächung des unpersönlichen Willens und zu einer Abschwächung von Lebenskraft, bis hin zu deren völliger Lähmung.

Entscheidungen

Entscheidungen sind nach einer falschen, aber weitverbreiteten Auffassung (die direkt aus obigem Mißverstehen des Willens als Verstandesleistung resultiert) Verstandesentschlüsse. Richtige und in sich stimmige Entscheidungen sind nichts anderes als Äußerungen des (unpersönlichen) Willens, also ein Der-Lebenskraft-Folgen. Etwas in einem weiß, was richtig ist, auch wenn es sich nicht erklären kann, warum. Daraus folgt wiederum, daß der Körper die Instanz ist, die die Entscheidung trifft — denn nur er ist die Instanz bzw. das Vehikel der Lebenskraft.

Der Körper empfindet passende Entscheidungen als erleichternd, ja beglückend, und falsche Entscheidungen als belastend, oft sogar als quälend. (Der Durchschnittsmensch verwechselt diesen Zusammenhang meistens mit Genuß; infolgedessen meidet er alles, was nicht angenehm ist, und versucht stets den bequemsten Weg einzuschlagen — was natürlich auf Dauer nicht klappen kann.) Die Lebenskraft ist aber keine Instanz von Flucht und Vermeidung, sondern ganz im Gegenteil eine Instanz, die Mut entwickelt und Risiken in Kauf nimmt. Weil sie selbst Leben ist, geht sie offen und bereitwillig auf das Leben zu statt von ihm fort.

Wer all das verstanden hat, hört auf, sich mit Entscheidungen zu quälen und endlos über verschiedene Alternativen nachzudenken. Er geht weich mit den Geschehnissen mit und läßt zu, statt zu erzwingen.

Video

  • DOJO 031 | Über Wille, 13.1.2016 (→ DOJO-Videos im internen Bereich)
    Verstandeswille und Selbstvergewaltigung - Innere Kämpfe - Der Wille ist immer ganz - Freude und spielerische Leichtigkeit - Arbeitsstellensuche - Zulassen und Beobachten.

Gerd-Lothar Reschke 09.04.2019 16:53 (aus int. DOJO-Seiten)

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wille.txt · Zuletzt geändert: 09.04.2019 17:04 von gerdlothar

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